Weisst du noch, wie deine erste Gruppenausfahrt war? Vorne geht ein Arm raus, jemand zeigt auf den Boden – und du rätselst, was gemeint ist. Das ging allen so. Handzeichen sind keine Show: Sie schützen die Person hinter dir. Hier sind fünf Situationen, die auf fast jeder Ausfahrt vorkommen – je mit dem Zeichen und der kurzen Ansage dazu.
Warum Zeichen und Ansage zusammengehören
In der Gruppe siehst du meistens nur den Rücken der Person vor dir. Ein Schlagloch, ein parkiertes Auto oder eine Bremsung sieht die Spitze lange vor dem Schluss. Ein Handzeichen sieht aber nur, wer direkt dahinter fährt – und auch nur, wenn er gerade hinschaut. Eine kurze Ansage hört dagegen die ganze Gruppe, auch in der Kurve, im Halbdunkeln oder wenn jemand gerade auf den Velocomputer schaut. Am sichersten ist beides: zeigen und sagen. Und wer ein Zeichen sieht, gibt es nach hinten weiter.
Fünf Situationen, fünf Zeichen
1. Stopp!
Vorne wird angehalten, etwa an einer Kreuzung oder für eine Pause. Zeichen: Arm gestreckt nach unten, Handfläche nach hinten. Ansage: «Stopp!» Dann sanft bremsen, nie abrupt – sonst fährt dir jemand ins Hinterrad.
2. Langsam!
Es wird eng, steil oder unübersichtlich. Zeichen: Arm schräg nach unten, Hand auf und ab bewegen. Ansage: «Langsam!» Nimm gleichmässig Tempo raus, damit die Gruppe nicht aufläuft.
3. Loch rechts!
Ein Schlagloch, ein Schachtdeckel oder Splitt auf der rechten Seite. Zeichen: Mit der rechten Hand auf das Hindernis zeigen. Ansage: «Loch rechts!» Links daran vorbeifahren – und das Zeichen nach hinten weitergeben. Liegt das Hindernis links, zeigst du mit der linken Hand.
4. Links ab!
Die Route biegt links ab. Zeichen: Linken Arm seitlich ausstrecken. Ansage: «Links ab!» Vorher über die Schulter zurückschauen und rechtzeitig anzeigen. Hier ist das Zeichen übrigens mehr als ein Gruppenbrauch: Wer abbiegt oder die Spur wechselt, muss das rechtzeitig und verständlich anzeigen – auf dem Velo mit dem Arm. Das Bundesgericht hat das 2024 in einem Fall mit einem E-Bike bestätigt.
5. Einreihen!
Gegenverkehr, eine schmale Strasse oder ein Auto, das überholen will. Zeichen: Arm nach oben, Zeigefinger gestreckt. Ansage: «Einreihen!» Hintereinander fahren und Abstand halten.
Tipps, wenn du neu in der Gruppe bist
- Sprecht die Zeichen vor der Abfahrt ab. Nicht jede Gruppe verwendet genau die gleichen. Ein kurzer Satz beim 5-Minuten-Check vor der Tour erspart Missverständnisse unterwegs.
- Fahr am Anfang hinten mit. Schau zu, wie die anderen es machen, und frag nach. Das Selbstvertrauen kommt mit jeder Runde.
- Zeichen nur, wenn es sicher ist. Wenn du beide Hände am Lenker brauchst – beim Bremsen, auf Kies oder bei starkem Wind –, geht die Ansage vor.
- Gib weiter, was du siehst. Ein Zeichen, das in der Mitte der Gruppe hängen bleibt, nützt dem Schluss nichts.
- Kurz und ruhig bleiben. «Loch rechts!» ist besser als ein langer Satz. Wer ruhig ansagt, steckt niemanden mit Hektik an.
Wann kannst du mitfahren?
VOXPEERS kommt bald in die Stores. Einen festen Termin nennen wir erst, wenn alles sitzt. Wenn du von Anfang an dabei sein willst, trag dich hier ein – wir melden uns, sobald es losgeht. Und warum Ansagen in der Dämmerung besonders zählen, liest du in Zeitumstellung: In der Gruppe sicher durch die Dämmerung.
Übersicht, keine Rechtsberatung. Stand: November 2026. Die Zeichen für Stopp, Langsam, Hindernis und Einreihen sind in Gruppen verbreitete Gewohnheiten, keine gesetzlich festgelegten Zeichen. Abbiegen anzeigen: Bundesgericht, Urteil 6B_301/2024.